Schnelles Internet via 4G/LTE

LTE Internet-Router

Früher gab es ohne Telefonnummer keinen Internetanschluss und das Kombi kostete ein Vermögen. Heute ist das alles einfacher und günstiger: Sogar Swisscom liefert eine “reine” Internetleitung, Kabel-TV-Betreiber und Glasfaseranbieter locken ebenfalls mit Sonderangeboten.
Gleichzeitig ist aber auch die Internetversorgung via Handynetz (4G/LTE) immer schneller und ebenfalls günstiger geworden. Mit Datenraten von bis zu 100 Mbit/s übertrifft das Handynetz vor allem in ländlichen Gebieten oft die Leistung alter Kupfer-Kabel.

Seitdem mit 4G der Mobilfunkstandard UMTS von LTE abgelöst worden ist, sind damit mobile Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s möglich.

Die LTE-Provider versprechen hohe Bandbreiten. In der Praxis jedoch stimmen die Up- und Download-Geschwindigkeiten meist noch nicht mit den versprochenen Leistungen überein. Die tatsächlich empfangene Bandbreite wird zudem von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, wie z.B. die Entfernung des Users zur Basisstation oder eventuelle Störsignale.

Konkrete Lösung: Die Fritz!Box 6840 LTE verbindet das Heimnetz mit dem Internet via Handynetz statt einem Kabel. Das funktionierte im Test beinahe perfekt.

SIM-Karte statt Internetkabel

Statt einem Telefonkabel sorgt beim LTE-Router von AVM eine SIM-Karte für den Zugang ins Internet.

test_fritz_box6840_verbindung_1980_605Natürlich kann man auch mit jedem Handy ein lokales WLAN (Tethering, WLAN-Hotspot) aufziehen und darin transparent heimische Geräte via WLAN verbinden. Das hat allerdings zahlreiche Nachteile. So leert die Funktion den Akku in Rekordzeit. Zweitens lassen sich so keine kabelgebundenen Geräte integrieren. Letztlich lässt sich das Handy dann auch kaum als Telefon nutzen.

Handynetz statt Kabel: Diesen Wunsch erfüllt die Fritz!Box 6840 LTE von AVM. Sie ist ein zuverlässiger Internetrouter für das Heimnetz mit Dutzenden Komfortfunktionen. Dazu gehören WLAN (2,4 GHz, 802.11n), Ethernet (Gigabit), Telefonie (DECT, analog via Kabel) und Medienserver für Musik und Fotos.

Sie bietet also alles, was man von einem guten Internetrouter erwartet. Allerdings verbindet sie sich mit dem Internet nicht via Kabel, sondern via Handynetz. Die SIM-Karte ersetzt also das bisherige Internetkabel. Allerdings benötigt man zwingend eine Netzabdeckung mit 4G/LTE.

Keine Kabelanschluss-Gebühren mehr

Die Sunrise-Tochter Yallo, die sich an ein preissensibles Publikum richtet, lancierte am 10. Oktober sogar eine Internetverbindung für nur 29 Fr. pro Monat. Das Besondere daran ist, dass es sich um mobiles Internet für zu Hause handelt. «Nie wieder Kabel- oder Telefonanschlussgebühren bezahlen», versprechen denn auch die Werbeunterlagen von «Yallo Go».

Wie funktioniert das? Man schiebt die von der Firma abgegebene SIM-Karte in ein spezielles Modem und kann so 4G-Internet mit unlimitierten Daten nutzen. Dabei sollen Geschwindigkeiten von bis zu 21 MBit/s möglich sein. Eine gute Verbindung vorausgesetzt, sollte man also auch problemlos fernsehen können.

Das Modem benötigt nur einen Stromanschluss. Man kann vier Endgeräte per Kabel anschliessen oder die Daten einfach über WLAN beziehen. Yallo wird zwei stark vergünstigte Modems anbieten, die auch in der ausländischen Ferienwohnung nützlich sein können – denn mit einer lokalen SIM-Karte kann man Roaming-Kosten umgehen.

Yallo reagiert auf ein Angebot von Salt, das der Konkurrent im Juni einführte (mit dem gleichen Modem von Huawei). Dort kostet mobiles Surfen zu Hause 35 Fr. pro Monat mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 MBit/s – eine Verbindung, die in Zukunft noch schneller werden soll, wie die Salt-Medienstelle angibt. «Gegenwärtig arbeiten wir an 4G+ mit theoretischen Bandbreiten von bis zu 300 MBit/s.» Yallo und Salt bieten nur «nacktes Internet» an. Doch Festnetztelefonie braucht man heute ohnehin nicht mehr. Und TV kann man über Internet-Dienste wie Zattoo oder direkt bei SRF beziehen.

Nomaden und Notlösung

Im Design braucht sich die Fritz!Box 6840 LTE auch nicht zu verstecken. WLAN und Telefoniefunktionen, inklusive drahtlosem DECT, sind integriert.
Zusätzlich eignet sich die Box auch perfekt für Nomaden. Egal, wo man sie einsteckt, sie verbindet sich mit dem Internet und bietet die gewohnte WLAN-Umgebung. Wer in seinem Büro auf permanente Internetverbindung angewiesen ist, kann die Fritz!Box 6840 LTE auch als Backup-Lösung einrichten. Fällt das Kabelnetz aus, stöpselt man einfach die LTE-Box in die bestehende Infrastruktur, und schon lässt sich weiterarbeiten.

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Letztlich ist die Box sogar ein Tipp für Campingfreunde. Sie wird zwar mit einem 220-Volt-Netzteil geliefert, kommt aber geräteseitig mit 12 Volt aus. So dürfte sich die Box auch problemlos an einer Solaranlage im Wohnwagen betreiben lassen.

SIM-Karte, Strom, fertig!

Bestenfalls verbindet sich die Fritzbox mit bis zu 100 Mbit/s drahtlos mit dem Internet. Aber auch die hier gezeigten 72 Mbit/s übertreffen viele ADSL-Angebote.
Verglichen mit Handy-Tethering-Bastelei bietet die Fritz!Box 6840 LTE schlicht mehr Zuverlässigkeit, Sicherheit, Funktionen und Komfort. Die Installation ist, wie von AVM Produkten gewohnt, simpel. Man muss lediglich die SIM im alten grossen Format in den Halter einlegen, diese einschieben. Leider liefert AVM keinen Adapter für kleinere Micro- oder Nano-SIM mit, man muss sich solche Plastikadapter notfalls also selber besorgen.test_fritz_box6840_sim_karte_605Danach kann man die Box mit dem Strom verbinden. Einige Sekunden später konnten wir uns im Test bereits via WLAN oder Ethernetkabel mit der Box verbinden. Das vorkonfigurierte WLAN-Passwort ist auf der Boxunterseite aufgedruckt. Praktischerweise muss man für die Benutzeroberfläche der Box in jedem Browser einfach die Adresse fritz.box eintippen.

Beim ersten Start fragt der Router dann Informationen über Sprache, Land und SIM-Kartenanbieter ab. Der Rest läuft automatisch. Bei unserem Test verband sich nach 5 Minuten ein Tablet via WLAN und Fritzbox wie gewohnt mit dem Internet. Auch ein kabelsüchtiger PC war sofort online.

Weil die Fritz!Box 6840 LTE ein kompletter Router ist, sehen sich alle PCs und Tablets auch gegenseitig. Auch angeschlossene NAS-Festplatten und Drucker sind integriert. Bei der Bedienung gibt es keinerlei Unterschiede gegenüber einem gewohnten Kabel-Internet-Router.

Internet wie gewohnt

Mit der Fritzbox unterscheidet sich Internet via 4G/LTE nicht von der Nutzung via Kabel. Die Box hilft sogar, den Handy-Provider mit dem besten Signal zu finden. Im Beispiel ist die Box mit Swisscom (fett) verbunden, Sunrise bietet aber mehr Signalstärke.
Auch bei der Internetnutzung gibt es keinen Unterschied zur üblichen kabelgebundenen Verbindung. Die Datenrate ist allerdings vom Handynetz abhängig. Bestenfalls erreicht man Downloadraten von bis zu 100 Mbit/s, was also Videostreaming in 4K/UHD-Auflösung (Netflix) möglich macht. Im Upload sind ebenfalls bis zu 50 Mbit/s möglich. Im Gegensatz zu einer Kabelanbindung kann das Tempo aber während des Tages variieren. Denn wenn mehrere Handynetznutzer denselben Sendemasten verwenden, müssen sie sich dessen Leistung teilen.

Freundlicherweise hilft die Fritzbox sogar bei der Wahl des besten Netzanbieters. In der Funktion “Netzliste” zeigt sie alle Anbieter inklusive Empfangsstärke auf. In unserem Beispiel wäre wohl der Sendemasten von Sunrise näher gewesen. Die LTE-Antennen der Box lassen sich übrigens einfach ausrichten, ein Live-Monitor zeigt dabei die Signalstärke.

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Medienserver und private Cloud

Die Fritzbox arbeitet sogar als Medienserver und stellt alle via USB-Datenträger angeschlossenen Musiksongs sauber sortiert im Netzwerk via UPnP zur Verfügung.
Die kleine Box kümmert sich nebenbei auch noch um die Verwaltung von Musik und Fotos und stellt beliebige Daten auch für die Nutzung via Internet (Private Cloud) zur Verfügung. Dazu schliesst man einfach eine günstige USB-Festplatte im 2,5-Zoll-Format an die Box an. Sämtliche darauf gefundenen Musikstücke werden sauber indiziert und können dann auf jedem UPnP-fähigen Gerät oder via Fritz!App auf jedem Mobilgerät abgespielt werden. Theoretisch verwaltet die 6840 auch Filme. Die Transferrate via USB-Anschluss ist allerdings für hochauflösende Filme zu schwach, die Wiedergabe ruckelt.

Dateien, auf die man von unterwegs zugreifen will, landen in einem Cloud-Ordner. Sie können dann mit der MyFritz!App (iOS, Android) unterwegs bearbeitet werden. Dabei bleiben die privaten Daten jederzeit “im eigenen Haus”.

Kinderschutz, Gäste-WLAN, Smarthome

Die Fritz!Box 6840 LTE verfügt ferner über alle von AVM gewohnten Zusatzfunktionen. Einzelne Rechner können mit einem Kinderschutz versehen werden, welcher Surfen ganz unterbindet oder auf bestimmte Stunden beschränkt. Mit Belohnungs-Coupons kann man diese Zeiten verlängern. Kommen Gäste zu Besuch, können sie sich via Gäste-WLAN mit dem Internet verbinden, ohne in privaten Daten schnüffeln zu können. Dazu genügt es, wenn sie mit dem Handy einen QR-Code abfotografieren, Passwort-Tipperei entfällt.

Seit Kurzem unterstützt die Fritzbox sogar Smarthome-Funktionen. Rüstet man Heizkörper mit passenden Reglern aus, passt die Fritzbox die Raumtemperatur an. Das lässt sich sogar von unterwegs per Handy-App steuern.

Telefonieren wie gewohnt

Für das Telefonieren wird nicht die Mobilnummer der SIM-Karte verwendet, sondern IP-Telefonie. Nach Registrierung bei einem Anbieter muss man nur die gelben Felder der Fritzbox ausfüllen.
Dank integrierten Telefoniefunktionen ersetzt die Fritz!Box 6840 LTE den herkömmlichen Telefonanschluss. An die Box lassen sich sowohl herkömmliche Telefongeräte via Telefonkabel als auch drahtlose DECT-Handgeräte anschliessen. Mit der von AVM gelieferten App kann man seine Festnetznummer auch via Handy nutzen. Das funktioniert sogar aus dem Ausland.

Für die Telefonie lässt sich aber nicht die Mobilnummer der eingelegten SIM-Karte nutzen. Vielmehr muss man dafür eine Internet-Telefonnummer lösen. Technisch handelt es sich dabei um reine VoIP-Telefonie, welche Swisscom bereits seit Längerem auf üblichen Festnetzanschlüssen einsetzt.

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Um via Fritzbox telefonieren zu können, muss man sich also erst einmal eine Telefonnummer organisieren. Für unseren Test verwendeten wir dafür den Anbieter Netvoip.ch. Dieser bietet nämlich kostenlose Telefonnummern an, bei denen man sogar die Vorwahl selber wählen darf. Im kostenlosen Modus nimmt die Nummer nur Anrufe entgegen. Will man raustelefonieren, muss man das Konto mit Geld aufladen. Die Gesprächskosten liegen dabei in der Schweiz bei 4 Rappen pro Minute für Festnetz und bei 22 Rappen pro Minute für Mobilnummern.

Gratis neue Telefonnummer

Hat man sein Konto bei Netvoip erstellt, tippt man einfach die nötigen Daten auf der Fritzbox ein. Das ist innert Sekunden erledigt. Im Test klingelte nach zwei Minuten bereits unser neues Telefon. Die Gesprächsqualität war sehr gut und unterschied sich nicht von der Festnetztelefonie.

Die Fritzbox bietet viel Telefonkomfort. Der integrierte Beantworter nimmt nicht nur Mitteilungen auf, sondern verschickt diese auch gleich per E-Mail. Am meisten Spass macht die Telefonie, wenn man auch gleich ein DECT-Telefon von AVM anschliesst. Dann kann man auf dem Handknochen sogar Internetradio hören oder das Bild einer Webcam abrufen.

In unserem Praxistest leiteten wir die Handy-Nummer nach einigen Klingeltönen auf die Festnetznummer der Fritzbox um. Es klingelt so also auch zu Hause, wenn das Handy im Büro vergessen wurde.

Die Fritzbox kooperiert mit allen DECT-Telefonen. Am meisten Komfort bieten aber die Modelle des Herstellers AVM wie das Fritz!Fon C4.

Fazit: Festnetz muss nicht sein!

Im Test hat sich die Fritz!Box 6840 LTE bewährt und bietet für rund 350 Franken eine umfassende und ausgereifte Lösung. Der Versuch, die Festnetzleitung durch eine SIM-Karte zu ersetzen, ist gelungen. Allerdings benötigt man ein Abo mit unlimitiertem Internetvolumen. Das gibt es aber beispielsweise bei Salt schon ab 35 Franken monatlich. Dabei ist sogar ein HD-Abo des Fernsehdiensts Zattoo inkludiert.

Besonderes Lob gebührt AVM für die unzähligen Funktionen, welche die Box in einer einfach zu bedienenden Oberfläche vereinigt. Kaum ein Wunsch bleibt unerfüllt und der Hersteller versorgt seit Jahren jeweils auch ältere Modelle mit neuster Software. Tippt man in den App-Stores von Apple und Google den Suchbegriff AVM ein, werden mehrere Apps aufgelistet. Diese bieten weitere Funktionalität und machen die Bedienung der Box auf Mobilgeräten simpel.

Auf der Wunschliste stände höchstens noch ein WLAN im 5-GHz-Band mit 802.11ac. Notfalls lässt sich das aber mit einem zusätzlichen Funkrouter nachrüsten.

Wichtig: Vor der Anschaffung muss man klären, ob man über einen 4G/LTE-Empfang verfügt. Funkmodule für ältere 2G/3G-Funkarten wie GPRS, EDGE, UMTS und HSPA sind nicht eingebaut. Mit älteren 3G-Funkzellen kann sich die 6840 also nicht verbinden. Das kann nur das Modell FritzBox 6820 LTE, das aber über keine Telefoniefunktionen verfügt.

STECKBRIEF
Modell: Fritz!Box 6840 LTE
Profil: Heimnetz-WLAN-Router, der sich nicht via Kabel, sondern mit einer SIM-Karte und 4G/LTE mit dem Internet verbindet.
Pro: einfache Installation
1 USB-2.0-Anschluss für Drucker und Speicher
DECT-Basis für bis zu 6 Schnurlostelefone
a/b-Port für ein analoges Telefon, Fax oder Anrufbeantworter
Contra: kein 5-GHz-WLAN
kein 802.11ac
kein 3G
Preis: 379.00 CHF
Hersteller: AVM
Jahrgang: 2016
Vertrieb: Elconex AG
Netzwerkanschluss:802.11n (450 MBit/s), 802.11g (54 MBit/s) und 802.11b (11 MBit/s), Gigabit-Netzwerk-Anschluss (10/100/1000 MBit/s)

Onlinelink:
http://www.avguide.ch/testbericht/bye-bye-kabel-internet-test-handynetz-router-fritzbox-6840-lte

Quelle: avguide.ch GmbH