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Schnelles Internet via 4G/LTE

LTE Internet-Router

Früher gab es ohne Telefonnummer keinen Internetanschluss und das Kombi kostete ein Vermögen. Heute ist das alles einfacher und günstiger: Sogar Swisscom liefert eine “reine” Internetleitung, Kabel-TV-Betreiber und Glasfaseranbieter locken ebenfalls mit Sonderangeboten.
Gleichzeitig ist aber auch die Internetversorgung via Handynetz (4G/LTE) immer schneller und ebenfalls günstiger geworden. Mit Datenraten von bis zu 100 Mbit/s übertrifft das Handynetz vor allem in ländlichen Gebieten oft die Leistung alter Kupfer-Kabel.

Seitdem mit 4G der Mobilfunkstandard UMTS von LTE abgelöst worden ist, sind damit mobile Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s möglich.

Die LTE-Provider versprechen hohe Bandbreiten. In der Praxis jedoch stimmen die Up- und Download-Geschwindigkeiten meist noch nicht mit den versprochenen Leistungen überein. Die tatsächlich empfangene Bandbreite wird zudem von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, wie z.B. die Entfernung des Users zur Basisstation oder eventuelle Störsignale.

Konkrete Lösung: Die Fritz!Box 6840 LTE verbindet das Heimnetz mit dem Internet via Handynetz statt einem Kabel. Das funktionierte im Test beinahe perfekt.

SIM-Karte statt Internetkabel

Statt einem Telefonkabel sorgt beim LTE-Router von AVM eine SIM-Karte für den Zugang ins Internet.

test_fritz_box6840_verbindung_1980_605Natürlich kann man auch mit jedem Handy ein lokales WLAN (Tethering, WLAN-Hotspot) aufziehen und darin transparent heimische Geräte via WLAN verbinden. Das hat allerdings zahlreiche Nachteile. So leert die Funktion den Akku in Rekordzeit. Zweitens lassen sich so keine kabelgebundenen Geräte integrieren. Letztlich lässt sich das Handy dann auch kaum als Telefon nutzen.

Handynetz statt Kabel: Diesen Wunsch erfüllt die Fritz!Box 6840 LTE von AVM. Sie ist ein zuverlässiger Internetrouter für das Heimnetz mit Dutzenden Komfortfunktionen. Dazu gehören WLAN (2,4 GHz, 802.11n), Ethernet (Gigabit), Telefonie (DECT, analog via Kabel) und Medienserver für Musik und Fotos.

Sie bietet also alles, was man von einem guten Internetrouter erwartet. Allerdings verbindet sie sich mit dem Internet nicht via Kabel, sondern via Handynetz. Die SIM-Karte ersetzt also das bisherige Internetkabel. Allerdings benötigt man zwingend eine Netzabdeckung mit 4G/LTE.

Keine Kabelanschluss-Gebühren mehr

Die Sunrise-Tochter Yallo, die sich an ein preissensibles Publikum richtet, lancierte am 10. Oktober sogar eine Internetverbindung für nur 29 Fr. pro Monat. Das Besondere daran ist, dass es sich um mobiles Internet für zu Hause handelt. «Nie wieder Kabel- oder Telefonanschlussgebühren bezahlen», versprechen denn auch die Werbeunterlagen von «Yallo Go».

Wie funktioniert das? Man schiebt die von der Firma abgegebene SIM-Karte in ein spezielles Modem und kann so 4G-Internet mit unlimitierten Daten nutzen. Dabei sollen Geschwindigkeiten von bis zu 21 MBit/s möglich sein. Eine gute Verbindung vorausgesetzt, sollte man also auch problemlos fernsehen können.

Das Modem benötigt nur einen Stromanschluss. Man kann vier Endgeräte per Kabel anschliessen oder die Daten einfach über WLAN beziehen. Yallo wird zwei stark vergünstigte Modems anbieten, die auch in der ausländischen Ferienwohnung nützlich sein können – denn mit einer lokalen SIM-Karte kann man Roaming-Kosten umgehen.

Yallo reagiert auf ein Angebot von Salt, das der Konkurrent im Juni einführte (mit dem gleichen Modem von Huawei). Dort kostet mobiles Surfen zu Hause 35 Fr. pro Monat mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 MBit/s – eine Verbindung, die in Zukunft noch schneller werden soll, wie die Salt-Medienstelle angibt. «Gegenwärtig arbeiten wir an 4G+ mit theoretischen Bandbreiten von bis zu 300 MBit/s.» Yallo und Salt bieten nur «nacktes Internet» an. Doch Festnetztelefonie braucht man heute ohnehin nicht mehr. Und TV kann man über Internet-Dienste wie Zattoo oder direkt bei SRF beziehen.

Nomaden und Notlösung

Im Design braucht sich die Fritz!Box 6840 LTE auch nicht zu verstecken. WLAN und Telefoniefunktionen, inklusive drahtlosem DECT, sind integriert.
Zusätzlich eignet sich die Box auch perfekt für Nomaden. Egal, wo man sie einsteckt, sie verbindet sich mit dem Internet und bietet die gewohnte WLAN-Umgebung. Wer in seinem Büro auf permanente Internetverbindung angewiesen ist, kann die Fritz!Box 6840 LTE auch als Backup-Lösung einrichten. Fällt das Kabelnetz aus, stöpselt man einfach die LTE-Box in die bestehende Infrastruktur, und schon lässt sich weiterarbeiten.

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Letztlich ist die Box sogar ein Tipp für Campingfreunde. Sie wird zwar mit einem 220-Volt-Netzteil geliefert, kommt aber geräteseitig mit 12 Volt aus. So dürfte sich die Box auch problemlos an einer Solaranlage im Wohnwagen betreiben lassen.

SIM-Karte, Strom, fertig!

Bestenfalls verbindet sich die Fritzbox mit bis zu 100 Mbit/s drahtlos mit dem Internet. Aber auch die hier gezeigten 72 Mbit/s übertreffen viele ADSL-Angebote.
Verglichen mit Handy-Tethering-Bastelei bietet die Fritz!Box 6840 LTE schlicht mehr Zuverlässigkeit, Sicherheit, Funktionen und Komfort. Die Installation ist, wie von AVM Produkten gewohnt, simpel. Man muss lediglich die SIM im alten grossen Format in den Halter einlegen, diese einschieben. Leider liefert AVM keinen Adapter für kleinere Micro- oder Nano-SIM mit, man muss sich solche Plastikadapter notfalls also selber besorgen.test_fritz_box6840_sim_karte_605Danach kann man die Box mit dem Strom verbinden. Einige Sekunden später konnten wir uns im Test bereits via WLAN oder Ethernetkabel mit der Box verbinden. Das vorkonfigurierte WLAN-Passwort ist auf der Boxunterseite aufgedruckt. Praktischerweise muss man für die Benutzeroberfläche der Box in jedem Browser einfach die Adresse fritz.box eintippen.

Beim ersten Start fragt der Router dann Informationen über Sprache, Land und SIM-Kartenanbieter ab. Der Rest läuft automatisch. Bei unserem Test verband sich nach 5 Minuten ein Tablet via WLAN und Fritzbox wie gewohnt mit dem Internet. Auch ein kabelsüchtiger PC war sofort online.

Weil die Fritz!Box 6840 LTE ein kompletter Router ist, sehen sich alle PCs und Tablets auch gegenseitig. Auch angeschlossene NAS-Festplatten und Drucker sind integriert. Bei der Bedienung gibt es keinerlei Unterschiede gegenüber einem gewohnten Kabel-Internet-Router.

Internet wie gewohnt

Mit der Fritzbox unterscheidet sich Internet via 4G/LTE nicht von der Nutzung via Kabel. Die Box hilft sogar, den Handy-Provider mit dem besten Signal zu finden. Im Beispiel ist die Box mit Swisscom (fett) verbunden, Sunrise bietet aber mehr Signalstärke.
Auch bei der Internetnutzung gibt es keinen Unterschied zur üblichen kabelgebundenen Verbindung. Die Datenrate ist allerdings vom Handynetz abhängig. Bestenfalls erreicht man Downloadraten von bis zu 100 Mbit/s, was also Videostreaming in 4K/UHD-Auflösung (Netflix) möglich macht. Im Upload sind ebenfalls bis zu 50 Mbit/s möglich. Im Gegensatz zu einer Kabelanbindung kann das Tempo aber während des Tages variieren. Denn wenn mehrere Handynetznutzer denselben Sendemasten verwenden, müssen sie sich dessen Leistung teilen.

Freundlicherweise hilft die Fritzbox sogar bei der Wahl des besten Netzanbieters. In der Funktion “Netzliste” zeigt sie alle Anbieter inklusive Empfangsstärke auf. In unserem Beispiel wäre wohl der Sendemasten von Sunrise näher gewesen. Die LTE-Antennen der Box lassen sich übrigens einfach ausrichten, ein Live-Monitor zeigt dabei die Signalstärke.

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Medienserver und private Cloud

Die Fritzbox arbeitet sogar als Medienserver und stellt alle via USB-Datenträger angeschlossenen Musiksongs sauber sortiert im Netzwerk via UPnP zur Verfügung.
Die kleine Box kümmert sich nebenbei auch noch um die Verwaltung von Musik und Fotos und stellt beliebige Daten auch für die Nutzung via Internet (Private Cloud) zur Verfügung. Dazu schliesst man einfach eine günstige USB-Festplatte im 2,5-Zoll-Format an die Box an. Sämtliche darauf gefundenen Musikstücke werden sauber indiziert und können dann auf jedem UPnP-fähigen Gerät oder via Fritz!App auf jedem Mobilgerät abgespielt werden. Theoretisch verwaltet die 6840 auch Filme. Die Transferrate via USB-Anschluss ist allerdings für hochauflösende Filme zu schwach, die Wiedergabe ruckelt.

Dateien, auf die man von unterwegs zugreifen will, landen in einem Cloud-Ordner. Sie können dann mit der MyFritz!App (iOS, Android) unterwegs bearbeitet werden. Dabei bleiben die privaten Daten jederzeit “im eigenen Haus”.

Kinderschutz, Gäste-WLAN, Smarthome

Die Fritz!Box 6840 LTE verfügt ferner über alle von AVM gewohnten Zusatzfunktionen. Einzelne Rechner können mit einem Kinderschutz versehen werden, welcher Surfen ganz unterbindet oder auf bestimmte Stunden beschränkt. Mit Belohnungs-Coupons kann man diese Zeiten verlängern. Kommen Gäste zu Besuch, können sie sich via Gäste-WLAN mit dem Internet verbinden, ohne in privaten Daten schnüffeln zu können. Dazu genügt es, wenn sie mit dem Handy einen QR-Code abfotografieren, Passwort-Tipperei entfällt.

Seit Kurzem unterstützt die Fritzbox sogar Smarthome-Funktionen. Rüstet man Heizkörper mit passenden Reglern aus, passt die Fritzbox die Raumtemperatur an. Das lässt sich sogar von unterwegs per Handy-App steuern.

Telefonieren wie gewohnt

Für das Telefonieren wird nicht die Mobilnummer der SIM-Karte verwendet, sondern IP-Telefonie. Nach Registrierung bei einem Anbieter muss man nur die gelben Felder der Fritzbox ausfüllen.
Dank integrierten Telefoniefunktionen ersetzt die Fritz!Box 6840 LTE den herkömmlichen Telefonanschluss. An die Box lassen sich sowohl herkömmliche Telefongeräte via Telefonkabel als auch drahtlose DECT-Handgeräte anschliessen. Mit der von AVM gelieferten App kann man seine Festnetznummer auch via Handy nutzen. Das funktioniert sogar aus dem Ausland.

Für die Telefonie lässt sich aber nicht die Mobilnummer der eingelegten SIM-Karte nutzen. Vielmehr muss man dafür eine Internet-Telefonnummer lösen. Technisch handelt es sich dabei um reine VoIP-Telefonie, welche Swisscom bereits seit Längerem auf üblichen Festnetzanschlüssen einsetzt.

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Um via Fritzbox telefonieren zu können, muss man sich also erst einmal eine Telefonnummer organisieren. Für unseren Test verwendeten wir dafür den Anbieter Netvoip.ch. Dieser bietet nämlich kostenlose Telefonnummern an, bei denen man sogar die Vorwahl selber wählen darf. Im kostenlosen Modus nimmt die Nummer nur Anrufe entgegen. Will man raustelefonieren, muss man das Konto mit Geld aufladen. Die Gesprächskosten liegen dabei in der Schweiz bei 4 Rappen pro Minute für Festnetz und bei 22 Rappen pro Minute für Mobilnummern.

Gratis neue Telefonnummer

Hat man sein Konto bei Netvoip erstellt, tippt man einfach die nötigen Daten auf der Fritzbox ein. Das ist innert Sekunden erledigt. Im Test klingelte nach zwei Minuten bereits unser neues Telefon. Die Gesprächsqualität war sehr gut und unterschied sich nicht von der Festnetztelefonie.

Die Fritzbox bietet viel Telefonkomfort. Der integrierte Beantworter nimmt nicht nur Mitteilungen auf, sondern verschickt diese auch gleich per E-Mail. Am meisten Spass macht die Telefonie, wenn man auch gleich ein DECT-Telefon von AVM anschliesst. Dann kann man auf dem Handknochen sogar Internetradio hören oder das Bild einer Webcam abrufen.

In unserem Praxistest leiteten wir die Handy-Nummer nach einigen Klingeltönen auf die Festnetznummer der Fritzbox um. Es klingelt so also auch zu Hause, wenn das Handy im Büro vergessen wurde.

Die Fritzbox kooperiert mit allen DECT-Telefonen. Am meisten Komfort bieten aber die Modelle des Herstellers AVM wie das Fritz!Fon C4.

Fazit: Festnetz muss nicht sein!

Im Test hat sich die Fritz!Box 6840 LTE bewährt und bietet für rund 350 Franken eine umfassende und ausgereifte Lösung. Der Versuch, die Festnetzleitung durch eine SIM-Karte zu ersetzen, ist gelungen. Allerdings benötigt man ein Abo mit unlimitiertem Internetvolumen. Das gibt es aber beispielsweise bei Salt schon ab 35 Franken monatlich. Dabei ist sogar ein HD-Abo des Fernsehdiensts Zattoo inkludiert.

Besonderes Lob gebührt AVM für die unzähligen Funktionen, welche die Box in einer einfach zu bedienenden Oberfläche vereinigt. Kaum ein Wunsch bleibt unerfüllt und der Hersteller versorgt seit Jahren jeweils auch ältere Modelle mit neuster Software. Tippt man in den App-Stores von Apple und Google den Suchbegriff AVM ein, werden mehrere Apps aufgelistet. Diese bieten weitere Funktionalität und machen die Bedienung der Box auf Mobilgeräten simpel.

Auf der Wunschliste stände höchstens noch ein WLAN im 5-GHz-Band mit 802.11ac. Notfalls lässt sich das aber mit einem zusätzlichen Funkrouter nachrüsten.

Wichtig: Vor der Anschaffung muss man klären, ob man über einen 4G/LTE-Empfang verfügt. Funkmodule für ältere 2G/3G-Funkarten wie GPRS, EDGE, UMTS und HSPA sind nicht eingebaut. Mit älteren 3G-Funkzellen kann sich die 6840 also nicht verbinden. Das kann nur das Modell FritzBox 6820 LTE, das aber über keine Telefoniefunktionen verfügt.

STECKBRIEF
Modell: Fritz!Box 6840 LTE
Profil: Heimnetz-WLAN-Router, der sich nicht via Kabel, sondern mit einer SIM-Karte und 4G/LTE mit dem Internet verbindet.
Pro: einfache Installation
1 USB-2.0-Anschluss für Drucker und Speicher
DECT-Basis für bis zu 6 Schnurlostelefone
a/b-Port für ein analoges Telefon, Fax oder Anrufbeantworter
Contra: kein 5-GHz-WLAN
kein 802.11ac
kein 3G
Preis: 379.00 CHF
Hersteller: AVM
Jahrgang: 2016
Vertrieb: Elconex AG
Netzwerkanschluss:802.11n (450 MBit/s), 802.11g (54 MBit/s) und 802.11b (11 MBit/s), Gigabit-Netzwerk-Anschluss (10/100/1000 MBit/s)

Onlinelink:
http://www.avguide.ch/testbericht/bye-bye-kabel-internet-test-handynetz-router-fritzbox-6840-lte

Quelle: avguide.ch GmbH

HTTP ist 25 Jahre alt. Happy Birthday!

Vor einem Vierteljahrhundert wurde die erste Webseite vorgestellt. Der Siegeszug des World Wide Web nahm seinen Anfang am Cern in Genf.

Wer ein Dokument aus dem Netz holen wollte, musste wissen, auf welchem Rechner dieses gespeichert war. Voraussetzung für das Herunterladen war zudem, dass man über den identischen Computertyp und die gleiche Software verfügte.

Genf als Geburtsort

Für die breite Masse war das nicht praktsich. Anfang der Neunzigerjahre waren weltweit erst rund 200’000 Computer ans Internet angeschlossen. Heute nutzen das Internet fast 3,5 Milliarden Menschen, knapp die Hälfte der Weltbevölkerung.

Ein wichtiger Faktor für die Erfolgsgeschichte war eine gemeinsame «Sprache», mit der am Internet angeschlossene PCs kommunizieren und Daten ausgetauscht werden konnten. Diese Sprache – das Hypertext Transfer Protocol, kurz HTTP – geht auf den britischen Physiker und Informatiker Tim Berners-Lee zurück.

Ab 1989 tüftelte er am europäischen Kernforschungsinstitut Cern in Genf an einem System, das den Datenaustausch vereinfachen sollte. Unterstützung bekam er von seinem Kollegen Robert Cailliau. Das in den Siebzigerjahren von Militärs entwickelte Internet sollte für einen grösseren Kreis nutzbar gemacht werden. Im Blick hatte Berners-Lee damals aber noch nicht Privatnutzer, sondern die Forschungsgemeinde.

Das Projekt hiess zuerst «Mesh» (engl. Geflecht). Der Name wurde aber verworfen, da er zu sehr an «Mess» (engl. Unordnung) erinnerte. Schliesslich legte Berners-Lee sich auf «World Wide Web» fest, obwohl er von Kollegen gewarnt wurde, dass die im Englischen zungenbrecherische Abkürzung WWW den Erfolg gefährden würde. Doch «Web» erschien ihm als Bild besonders passend, da es in der Mathematik ein Netz von Knoten bezeichnet, von denen jeder mit jedem verbunden sein kann.

Schritt an die Öffentlichkeit

Nach zwei Jahren war es am 06. August 1991 so weit. Tim Berners-Lee veröffentlichte in sogenannten Newsgroups eine Beschreibung seines Projekts «World Wide Web». Der Beitrag erklärte, wie Interessierte den von ihm entwickelten Browser herunterladen konnten und schlug ihnen vor, Berners-Lees erste Website aufzurufen (hier zu sehen).

Die war zwar bereits im Jahr zuvor aufgeschaltet worden, aber erst mit Berners-Lee digitaler Einladung wurde sie erstmals ausserhalb des Cern zugänglich. Sie erklärte, wie HTTP funktionierte, wie das Internet nach Informationen abgesucht werden konnte und gab einen Leitfaden für das Programmieren eigener Websites.

Mosaic bringt den Durchbruch

Im April 1993 legte das Cern dann mit einem wichtigen formalen Akt das Fundament für den Erfolg von Burners-Lees Erfindung. Das Institut gab das Web für die Öffentlichkeit frei und verzichtete auf Lizenzzahlungen oder eine Patentierung.

Der Siegeszug des World Wide Web Mitte der Neunzigerjahre fand dann vor allem in den USA statt. Zu Popularität weit über den Kreis von Physikern und Informatikern hinaus verhalf dem WWW der Browser «Mosaic», den der damalige Student Marc Andreessen 1993 entwickelte.

Mosaic, ein Vorgänger von Netscape, war auch für Laien geeignet und konnte zudem erstmals Texte mit Grafiken anzeigen. Schon Ende 1994 surften weltweit zehn Millionen Menschen im Web.

Für Microsoft-Gründer Bill Gates war das WWW damals noch «nur ein Hype». Doch bald erkannte auch der Softwarepionier das Internet als strategisches Feld – und ab 1995 war der Browser «Internet Explorer» von Microsoft auf Rechnern mit dessen Software automatisch installiert.

Verzicht auf Patentierung

Das ganz grosse Geld machte der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, nie. Er verzichtete auf die Patentierung und daraus resultierende Einnahmen, um die Entwicklung des Web nicht durch Copyright-Auseinandersetzungen und konkurrierende Techniken zu behindern. Immerhin erhielt Berners-Lee für seine Erfindung den mit einer Million Euro dotierten Millennium-Technologiepreis. Für seine Verdienste wurde der Brite von Königin Elisabeth II 2004 zudem in den Ritterstand erhoben und erhielt den Orden «Knight Commander of the Order of the British Empire». Sir Tim Berners-Lee lebt heute in den USA und lehrt am Massachusetts Institute of Technology. Dort leitet der 61-jährige auch das World Wide Web Consortium (W3C). In diesem Gremium werden die technischen Entwicklungen des Web standardisiert. Der Einsatz für ein freies Internet und für einen Netzzugang für alle Menschen prägt seine Arbeit bis heute. (sda)

Amazon ist in Zürich gestartet

NZZ am Sonntag von Marco Metzler 

Alle kennen Amazon als Online-Händler. Doch innert zehn Jahren ist der Konzern zum führenden Anbieter von Web-Diensten aufgestiegen. Nun hat er eine Filiale in Zürich eröffnet.

AWS in Zürich

Amazon erzielt mit Web-Diensten 40% des Konzerngewinns.
(Bild: JORDAN NOVET / VENTURE BEAT)

Selbst wenn Sie nie online einkaufen, haben Sie öfter mit Amazon zu tun, als Ihnen bewusst ist. Wer Airbnb, Netflix, Spotify, Dropbox, Tinder – oder auch nzz.ch – nutzt, greift auf die Rechenzentren von Amazon Web Services (AWS) zu. Diese Sparte des weltgrössten Online-Händlers ist der digitale Maschinenraum, auf dessen Basis Startups die Dienste schaffen, die Branchen wie Film, Musik oder Hotellerie umpflügen.

Cyber-Attacken hören nicht auf

Für die Cyber-Attacken auf Schweizer Firmen haben Kriminelle die Verantwortung übernommen. Doch warum hören die Angriffe nicht auf?

Seit über einer Woche greifen unbekannte Kriminelle die Websites diverser Schweizer Firmen mit massiven DDoS-Attacken an, legen immer wieder die Server lahm und verursachen damit einen wirtschaftlichen Schaden, der sich kaum beziffern lässt. Digitec, SBB, Galaxus, Interdiscount, Microspot, Micasa und MElectronics waren betroffen.

Die Attacken hören nicht auf. Digitec war am Sonntag immer noch zeitweise offline. Auch der grösste Schweizer Online-Marktplatz Ricardo.ch war betroffen und sporadisch nicht erreichbar. «Es gab drei grössere DDoS-Angriffe bei Ricardo.ch und Autoricardo.ch», sagt Simon Marquard, Digital Communication Manager von Tamedia. Zwar sei die Auktionsplattform eigentlich gut geschützt, doch die Attacken hätten ein «ungewöhnlich hohes Ausmass» angenommen. Mittlerweile habe man die «Sicherheitsmassnahmen deutlich ausgebaut», so Marquard.

Erpresser oder politisch motivierte Kriminelle?

Als Ricardo.ch und Autoricardo.ch am Donnerstagabend erstmals betroffen waren, ging «etwa zur gleichen Zeit ein Erpresser-Schreiben ein», sagt Marquard. Man sei mit den Behörden, etwa der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK), in Kontakt. Im Fall von technischen Problemen, bei denen der Handel nicht mehr oder nur stark eingeschränkt möglich ist, werden betroffene Auktionen automatisch um 24 Stunden verlängert. «Aufgrund des Angriffs vom Donnerstag konnten die Angebote, die zwischen 21 und 23 Uhr Zeit ausgelaufen sind, jedoch nicht mehr verlängert werden», so Marquard. «Die betroffenen Verkäufer wurden informiert, dass sie, falls sie von ihrem Verkauf vom Donnerstag zwischen 21 und 23 Uhr zurücktreten, sämtliche im Zusammenhang mit der Transaktion anfallenden Gebühren gutgeschrieben erhalten.»

Es sind demnach Cyberkriminelle mit erpresserischen Absichten am Werk. Laut «NZZ am Sonntag» sprach auch Digitec/Galaxus-CEO Florian Teuteberg nun von «mehreren Erpresserschreiben». Vergangene Woche hatte eine Gruppe von Hackern angegeben, nicht nur die SVP-Website gehackt, sondern auch für die DDoS-Attacken verantwortlich zu sein. «Es hat sich einfach so ergeben, da wir die Schweiz so ‹wachrütteln› und sicherer machen wollen», so die Hacker zu Inside-IT.

Trifft die These zu, es handle sich bei ihnen “nur” um Trittbrettfahrer (oder womöglich um Nachahmer im Fall der jüngeren Attacken auf Ricardo und Digitec/Galaxus), dann haben sie der Schweizer Wirtschaft erstmal einen Bärendienst erwiesen.

Boston Dynamics zum Verkauf

MOUNTAIN VIEW (awp international) – Google will laut einem Kreisen den Roboter-Entwickler Boston Dynamics nach gut zwei Jahren wieder abstossen. Mögliche Käufer seien Toyota und der Online-Händler Amazon, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag. Bei der neuen Google-Dachgesellschaft Alphabet sei entschieden worden, dass von Boston Dynamics in den nächsten Jahren keine vermarktbaren Produkte zu erwarten seien, hiess es unter Berufung auf informierte Personen.

Die Übernahme von Boston Dynamics durch Google Ende 2013 hatte für einige Diskussionen gesorgt, da die Firma auch Roboter im Auftrag des US-Militärs entwickelt hatte. Ein Modell war sogar als eine Art mechanischer Packesel fürs Schlachtfeld gedacht.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder aufsehenerregende Videos gegeben, die Fortschritte der Roboter von Boston Dynamics demonstrierten. Erst vor wenigen Wochen wurde ein Modell gezeigt, das auch auf Schnee im Wald laufen konnte sowie Türen aufmachen und von allein aufstehen, nachdem es von einem Menschen umgeschubst wurde. Ausserdem konnte der Roboter Kisten vom Boden aufheben und in Regale stellen.

Google hatte vor einigen Jahren ein ambitioniertes Roboter-Programm gestartet und dafür eine Reihe von Unternehmen zusammengekauft. Die treibende Kraft war Andy Rubin, federführender Entwickler und langjähriger Chef des Mobil-Betriebssystems Android, der im Roboter-Projekt eine neue grosse Aufgabe gefunden hatte. Im Herbst 2014 verliess Rubin aber Google und wurde Internet-Investor.

Das Roboter-Programm mit dem internen Namen “Replicant” – wie die Bioroboter im Film “Blade Runner” – soll danach laut Medienberichten von Führungswechseln zurückgeworfen worden sein. Im Dezember sei es ins Entwicklungslabor Google X eingefügt worden – bis auf Boston Dynamics, das zum Verkauf gestellt worden sei, berichtete Bloomberg.

Laut Protokollen eines Treffens von November, die bei Google auf einen internen Seite veröffentlicht worden seien, wurde Boston Dynamics eine mangelnde Kooperationsbereitschaft mit anderen Bereichen des Konzerns vorgeworfen. Nach dem jüngsten Video warnte die Sprecherin von Google X demnach auch, im Internet gebe es negative Kommentare, dass die humanoiden Roboter beängstigend seien und die Jobs von Menschen übernehmen könnten. “Wir werden dieses Video nicht kommentieren, weil wir dem nicht viel hinzufügen können und die meisten Fragen, die es aufwirft, nicht beantworten wollen”, schrieb sie Bloomberg zufolge.

Die bei Bloomberg genannten möglichen Käufer sind beide bereits in der Robotik-Entwicklung aktiv. Amazon entwickelt eigene Roboter für seine Logistik-Zentren und übernahm dafür die Firma Kiva. Sie baut Roboter, die durch Lagerhäuser fahren. Japan gilt als zukunftsträchtiger Roboter-Markt, unter anderem für den Einsatz als Altenpfleger. Andere japanische Unternehmen wie Toshiba oder der Mobilfunk-Konzern Softbank sind in dem Bereich sehr aktiv. /so/DP/stb

Forscher entdecken Lücke in iPhone

WASHINGTON (awp international) – Mitten in einem heftigen Streit zwischen Apple und der US-Regierung um das Entsperren von iPhones haben US-Forscher von einer Lücke in der Verschlüsselung berichtet, über die Angreifer auf einige verschickte Fotos und Videos zugreifen könnten. Die Schwachstelle stecke in der Krypto-Technologie von Apples hauseigenem Kurzmitteilungsdienst iMessage, erläuterten die Experten der Johns Hopkins University in der “Washington Post” von Montag. Apple erklärte, die Lücke sei im aktuellen Mobil-Betriebssystem iOS 9 teilweise geschlossen worden und solle demnächst in der Version 9.3 endgültig dichtgemacht werden.

Die Forscher brauchten mehrere Monate, um die Verschlüsselungs-Lücke am Beispiel eines Fotos nachzuweisen. Sie nahmen dabei eine ältere Version des iOS-Systems ins Visier. Die Schwachstelle bestand dem Bericht zufolge letztlich darin, dass das Telefon es zuliess, den 64-stelligen Krypto-Schlüssel zu dem Foto durch eine Vielzahl von Versuchen zu erraten.

Eine modifizierte Version der Attacke hätte auch in späteren iOS-Systemen funktioniert, dies würde aber Hacker-Ressourcen erfordern, die nur Staaten zur Verfügung stünden, sagte Projektleiter Matthew Green der “Washington Post”. Zugleich zeige der Fall aber, dass auch mit grossem Aufwand aufgebaute Verschlüsselung nicht unfehlbar sei und es daher besonders gefährlich wäre, zusätzliche Hintertüren für Ermittlungsbehörden zu schaffen.

Apple ist von einer Richterin in Kalifornien angewiesen worden, dem FBI beim Entsperren des iPhones eines toten Attentäters zu helfen. Unter anderem soll Apple eine Software entwickeln, die es möglich macht, beliebig viele Passwort-Kombinationen auszuprobieren. Sonst löscht sich der Inhalt des Telefons nach zehn falschen Eingaben. /so/DP/stb

Tausende E-Mail-Konten gehackt

Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) hat nach eigenen Angaben eine Liste von Passwörtern für 6000 E-Mail-Adressen erhalten. Die betroffenen Konten sind vermutlich gehackt worden und könnten für illegale Zwecke (Betrug, Erpressung, Phishing usw.) missbraucht werden.

Die Liste selber hat Melani nicht veröffentlicht, sondern dazu ein Check-Tool publiziert. Für die Überprüfung ist nur die Eingabe der E-Mail-Adresse notwendig. Sollte die Adresse auf der Liste stehen, würde das Tool eine entsprechende Meldung ausgeben. Melani versichert, dass keine E-Mail-Adressen gespeichert würden.

Unbedingt Passwort ändern

Die Behörden raten allen Personen und Unternehmen, diesen Check durchzuführen. Sollte ein E-Mail-Konto betroffen sein, empfehlen sie den Betroffenen folgende Massnahmen:

  • Ändern Sie das Passwort des E-Mail-Kontos sofort.
  • Auch alle anderen online verwendeten Passwörter sollten Sie unverzüglich ändern. Insbesondere, wenn Sie das für das E-Mail-Konto verwendete Passwort auch für andere Dienste (Online-Shops, E-Banking usw.) verwendet haben.
  • Alle in den E-Mail-Kontakten aufgeführten Personen dahingehend informieren, dass sie beim Empfang von E-Mails mit Ihrem Absender vorsichtig sein und im Zweifelsfall bei Ihnen rückfragen sollen.
  • Überprüfen Sie in den nächsten Wochen jegliche Art von Kontoauszügen, iTunes-Belastungen usw. Sollten Sie Unregelmässigkeiten feststellen, setzen Sie sich bitte sofort mit Ihrer Bank respektive dem entsprechenden Unternehmen in Verbindung.