iPhone-Hacks zu aufwendig für FBI

Im Justizstreit zwischen dem iPhone-Hersteller und dem FBI kommt es zu einem Gerichtsverfahren. Dieses muss Apple nun nicht alleine bestreiten.

Apple kann im Justizstreit um die von den Sicherheitsbehörden angeforderte Mithilfe beim Knacken eines iPhones offenbar auf die Hilfe von Google zählen. Der Internetkonzern wolle in der kommenden Woche einen Antrag auf eine Beteiligung an dem Gerichtsverfahren stellen, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Donnerstag.

Der sogenannte «Friend of the Court»-Antrag bedeutet, dass Google selbst jedoch im Prozess keine Partei sein würde, sondern sich vielmehr zu fachlichen Aspekten des Rechtsstreits äussern kann.

In dem Fall geht es um das Handy des mutmasslichen Attentäters von San Bernardino, der im Dezember mit einer Komplizin 14 Menschen getötet haben soll. Die US-Bundespolizei FBI vermutet wichtige Daten zu der Tat auf dem Gerät, kommt aber wegen der Sicherung mit einem Code nicht an die Informationen heran. Daher bat sie Apple um Mithilfe.

Tim Cooks Prinzip

Doch Apple-Firmenchef Tim Cook lehnt dies aus Prinzip ab.
Am Donnerstag erhob Apple offiziell Einspruch gegen eine richterliche Order, dem FBI beim Knacken des Handys behilflich zu sein.

Inzwischen gibt es eine Grundsatzdebatte über Rolle und Schutz moderner Kommunikationsmittel bei der Verbrechensbekämpfung. Apple befürchtet, dass eine Mithilfe bei der Handy-Entschlüsselung einen Präzedenzfall schaffen könnte: Behörden könnten dann auch alsbald auf Daten aller iPhone-Besitzer zugreifen. Die gleiche Sorge treibt auch Google um. Der Konzern entwickelt die Android-Software, die weltweit in vielen Smartphones steckt.